Friedhofsgärtner präsentieren interkulturelle Grabanlage auf der Gartenschau in Mühlacker

Friedhofsgärtner und Steinmetzbetriebe aus der Region präsentieren mit ihrem Erinnerungsgarten der Kulturen auf der Gartenschau in Mühlacker ein bundesweit bislang einmaliges Projekt. Die Mustergrabanlage, die sich im Bereich der Dürrmenzer Gärten befindet, vereint beispielhafte Grabstätten für Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturkreisen und Religionen. 

Eine außergewöhnliche Bepflanzung, besondere Grabmale und verschiedene Dekorationselemente greifen dabei die typischen Merkmale und Besonderheiten der Kulturen auf und verbinden sie miteinander. In diesen Tagen haben die beteiligten Friedhofsgärtner und Steinmetzen noch alle Hände voll zu tun, um die Anlage fertigzustellen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Auf einer Fläche von rund 320 Quadratmetern gliedert sich der Erinnerungsgarten der Kulturen in unterschiedliche Bereiche mit 13 einzelnen Schaugrabstätten sowie zwei landschaftlich gestalteten Urnengemeinschaften auf. Der europäische Teil zeigt neben außergewöhnlich angelegten Erdgrabstätten auch Gräber mit südländischem Charakter. Dabei kommen vor allem mediterrane Pflanzen und terrakottafarbige Dekorationselemente zum Einsatz. Im muslimischen Bereich dominieren orientalische Pflanzen und Grabsteine. Bei der Gestaltung haben die Friedhofsgärtner auch auf die in der islamischen Friedhofskultur wichtigen Ausrichtung der Grabstätte geachtet und die drei muslimischen Schaugräber nach Südosten gen Mekka angelegt. Der dritte Bereich zeigt Grabstätten mit fernöstlichen Einflüssen – inspiriert von der asiatischen Zengarten-Kultur. 

Mit ihrem Ausstellungsbeitrag auf der Gartenschau in Mühlacker wollen die Friedhofsgärtner ein Pilotprojekt starten, das künftig auch auf einzelnen Friedhöfen umgesetzt werden soll: „Als Spiegelbild unserer multikulturellen Gesellschaft dokumentiert der Erinnerungsgarten der Kulturen das Miteinander der Menschen, die sich in ihrer Herkunft unterscheiden. So entsteht für jedermann ein integrativer und zentraler Ort der Trauer, des Abschiednehmens und des Gedenkens auf dem Friedhof“, erklärt der Vorsitzende der badischen Friedhofsgärtner, Christof Hilligardt. Der Gartenbau-Techniker aus Pforzheim hatte nicht nur die Idee für das Projekt, sondern ist auch für die fachliche Umsetzung in Mühlacker verantwortlich. „Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen der neuen und der ursprünglichen Heimat der Verstorbenen und ihrer Angehörigen“, so Hilligardt. Unterstützt wird das Konzept durch die Stadt Mühlacker und die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner.

Bis zur Eröffnung der Gartenschau am 9. Mai gibt es für die 10 beteiligten Friedhofsgärtner aus der Region noch viel zu tun. In diesen Tagen werden unzählige blühende Saisonpflanzen, Bodendecker und Gehölze in liebevoller Feinarbeit von den Gräber-Experten aufeinander abgestimmt und gepflanzt. Aber auch nach Fertigstellung werden sie sich weiterhin um den Ausstellungsbeitrag kümmern. Neben regelmäßigen Pflegearbeiten stehen die Friedhofsgärtner an den Wochenenden und an Feiertagen den Gartenschau-Besuchern während den Öffnungszeiten für Fragen und Informationen zur Verfügung.

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