Friedhofsgärtner verwandeln jetzt das Grab
in einen blühenden Erinnerungsort

Auf einem Grabstein betteln junge Vögel flügelschlagend und mit weit aufgerissenen Schnäbeln ihre Eltern um Futter an. Die mächtigen Bäume bekommen allmählich ihr grünes Blätterkleid. Es blüht und gedeiht, es zwitschert, summt und pfeift. In diesen Tagen erwacht auf unseren Friedhöfen die Natur aus ihrem Winterschlaf und an kaum einem anderen Ort lässt sich der Kreislauf des Lebens besser erleben. Das immer wiederkehrende Werden und Vergehen spendet den Friedhofsbesuchern Trost und ein Gefühl der Hoffnung. Mit bunten Frühlingspflanzen verwandeln die badischen Friedhofsgärtner jetzt die winterlichen Grabstätten in blühende Erinnerungsorte.

„Die Neubepflanzung im Frühling ist stets der Auftakt der neuen Saison auf den Friedhöfen“, sagt Friedhofsgärtner Christof Hilligardt aus Pforzheim. Gerade jetzt muss das Grab optimal auf den Frühling und Sommer vorbereitet werden. Dafür ist zunächst ein ausgiebiger Frühjahrsputz angesagt. „Vor der Frühlingsbepflanzung sollte zunächst die Winterabdeckung und altes Laub vom Grab entfernt und der verkrustete Boden aufgelockert werden“, erklärt der Friedhofsgärtner. Dabei müssen auch eventuelle Senkschäden behoben werden. Ende April sollten die Bodendecker und die Gehölze auf dem Grab gedüngt werden. „Dafür eignet sich ein mineralischer Dauerdünger, der in vielen Fachbetrieben erhältlich ist“, rät Hilligardt.

1PR 2015 Frhjahr 01Wurden alle Winterschäden beseitigt, dann kann es mit der bunten Frühlingsbepflanzung losgehen. Krokusse, Narzissen, Tulpen und Hyazinthen warten nur darauf, mit der wärmenden Sonne um die Wette zu leuchten. Vor allem Primeln gelten als die Frühlingsboten schlechthin und sind aufgrund ihrer großen Vielfalt ein beliebter Dauerblüher. „Ein besonderer Hingucker ist die Primula veris – also die echte Schlüsselblume, die mit ihrer tollen Farbwirkung besticht“, schwärmt Christof Hilligardt. Natürlich dürfen die klassischen Frühlingsbegleiter, wie Stiefmütterchen, Ranunkeln, Bellis oder Vergissmeinnicht nicht fehlen, die mit ihren kräftigen Farben leuchtende Akzente setzen. Auch der sogenannte Goldlack und die Beetnelke sind schöne Kombinationspartner für gemischte Beete im Frühling. Genau das ist bei der heutigen Grabgestaltung besonders angesagt. Friedhofsgärtner Hilligardt: „Unsere Kunden wünschen sich immer häufiger gemischte Strukturbeete. Dabei kombinieren wir bunte Frühjahrsblüher mit Strukturpflanzen wie zum Beispiel Farne oder Gräser. Zum Einsatz kommen aber auch natürliche Elemente wie Wurzelteile oder kleine Findlinge. Das lockert die Gestaltung auf und wirkt sehr modern.“

Ob leuchtend bunt oder Ton-in-Ton – gepflanzt wird letztlich das, was gefällt. Beliebt im Frühling sind besonders kräftige Farben, wie blau oder gelb. Die Mischung von unterschiedlichen Pastell- oder Blau-Tönen verleiht der Grabstätte eine optische Ruhe und wirkt besonders edel. „Wir Friedhofsgärtner orientieren uns vor allem an der Farbe des Grabsteins. Aber auch die Lage spielt eine Rolle. Ein Grab im Schatten verträgt stärkere Farbkontraste, ohne hart und unharmonisch zu wirken“, rät Hilligardt.

Doch nicht nur die Ästhetik spielt eine wichtige Rolle. Es geht auch um immer um praktische Fragen: Wie lange blüht eine Pflanze, gedeiht sie besser im Schatten oder in der Sonne? Für diese Feinabstimmung stehen die fachlich geschulten Mitarbeiter der Friedhofsgärtnereien ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite – auf Wunsch auch im Rahmen einer Jahres- oder Dauergrabpflege. Entsprechende Vereinbarungen zur langfristigen Grabpflege können mit dem Friedhofsgärtner vor Ort je nach Bedarf abgeschlossen werden. 

Weitere Informationen sowie Adressen von Friedhofsgärtnereien in Ihrer Nähe finden Sie auf der Internetseite der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG unter www.dauergrabpflege-baden.de.