Friedhofsgärtner geben Tipps
für die saisonale Grabbepflanzung.

Die Tage werden länger, die Sonne wärmt schon und die ersten Pflanzen erblühen – dies sind unverkennbare Frühlingsboten und gleichzeitig der Saisonbeginn der Frühjahrsbepflanzung. Mit dem Erwachen der Natur stellen sich viele Menschen die gleichen Fragen: Womit kann jetzt das Grab geschmückt werden? Wie können wir dem Verstorbenen nahe sein? Wer im Trend liegen will, der wählt in diesem Jahr die Farben Rosa und Hellblau. Die Farbkombination ist nicht nur in der Mode und in der Einrichtung angesagt. Auch auf dem Friedhof sind die Trendfarben aufgrund der großen Auswahl an Frühjahrsblühern angesagt. Die Friedhofsgärtner vor Ort helfen bei der Zusammenstellung der Pflanzen, der farblichen Abstimmung sowie der fachgerechten Bepflanzung.

Gleich zwei Farben wurden in diesem Jahr vom US-amerikanischen Pantone Color Institut zur „Farbe 2016“ gekürt. Ein kühles Blau mit dem Namen „Serenity“ und das Blassrosa „Rose Quartz“ werden in diesem Jahr gemeinsam die Modewelt beherrschen und noch nie scheint ein Farbtrend besser zur frühlingshaften Grabgestaltung gepasst zu haben als in diesem Jahr. Denn das Pflanzensortiment in den angesagten Trendfarben ist riesig. Mit ihrem schönen Hellblau sorgen beispielsweise Vergissmeinnicht im Frühling für farbintensive Akzente auf der Grabstätte. Sie gelten übrigens seit Jahrhunderten als Symbol der Treue und drücken eine tiefe Verbundenheit zum Verstorbenen aus. Auch Hyazinthen oder Campanula passen mit ihren blauen Blüten wunderbar zum Farbtrend. Kombiniert mit rosafarbenen Bellis – auch Gänseblümchen genannt – lassen sich schöne Effekte erzielen, die der Grabstätte eine optische Ruhe verleihen. „Die Kombination von Rosa und Hellbau wirkt sehr harmonisch und versprüht ein Gefühl der Entspannung und der Ruhe“, erklärt Friedhofsgärtner Christof Hilligardt aus Pforzheim. Aber auch Ranunkeln, Gänsekresse (Arabis), die Gartennelke (Dianthus), Bergenien oder Stiefmütterchen fügen sich mit ihren pastellfarbenen Blüten hervorragend in die angesagte Farbkombination ein und verwandeln das Grab in einen blühenden Erinnerungsort. Sowieso sind Stiefmütterchen mit ihren vielfältigen Farben und verschiedenen Gesichtern die absoluten Stars des Frühlings. Seit vielen Jahren sind vor allem die kleinblumigen Mini-Stiefmütterchen beliebt. Mit ihren zahlreichen, kleinen Blüten sind sie besonders wetterfest. Ihre großblumigen Schwestern bestechen dagegen mit leuchtenden Farben.

Wer im Herbst keine Zwiebel- und Knollenblumen gesetzt hat, kann das Grab jetzt dennoch mit blühenden Zwiebelblumen schmücken. Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen und Co. sind zum Beginn des Frühlings auch als Topfpflanzen erhältlich. Zusammen mit immergrünen Pflanzen wie Efeu kann man die Zwiebelblumen in eine separate Schale pflanzen, die man zum Beispiel auf einen Trittstein auf dem Grab stellen kann. „Gerade weil Ostern in diesem Jahr sehr früh ist und es immer noch starken Frost geben kann, sorgt eine Schale mit bunten Frühlingsblumen für einen frühzeitigen Farbtupfer auf dem Grab“, so Christof Hilligardt.

Ein Grab über Jahre ansprechend zu gestalten, erfordert viel Einsatz. Vor allem nach einem langen Winter gibt es einiges zu tun: „Der Winterschmuck und altes Laub müssen von der Grabfläche entfernt werden. Außerdem sollten der verkrustete Boden aufgelockert und eventuelle Senkschäden behoben werden“, erklärt der Friedhofsgärtner. Wer sich bei der Grabpflege und Grabgestaltung unsicher ist, sollte sich von Fachleuten unterstützen lassen. „Die Friedhofsgärtnereien helfen nicht nur bei der Zusammenstellung der Frühjahrsbepflanzung, sondern übernehmen auch die komplette Grabpflege. Von der Säuberung der Grabfläche, über das Schneiden und Gießen, die jahreszeitlich wechselnde Gestaltung bis hin zum individuellen Grabschmuck.“ Entsprechende Vereinbarungen zur Dauergrabpflege können mit dem Friedhofsgärtner vor Ort je nach Bedarf abgeschlossen werden.